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Bloggen für Indies

Am letzten Wochenende hat der Klickzähler des eBook-Sonars den sechsstelligen Bereich erklommen. Das ist ein beachtlicher Meilenstein, von dem ich beim Start des Blogs nicht zu träumen gewagt hätte. Doch keine Sorge, ich werde euch mit statistischen Daten verschonen. Wer wissen möchte, wie viele Autoren mit wie vielen Büchern inzwischen im eBook-Sonar vertreten sind, der mag auf die Seite gehen und sich umschauen. Den Link dorthin gibt es aber erst am Schluss, ihr sollt ja zuvor diese Zeilen lesen. Ich will die Gelegenheit nutzen, ein paar Gedanken über das Projekt zu äußern und euch einen Blick hinter die Kulissen zu geben.

Wozu es das eBook-Sonar gibt

Um gleich ein häufiges Missverständnis auszuräumen: Das eBook-Sonar ist kein Blog für Rezensionen. Jedes vorgestellte Buch selbst zu lesen und mit einem Beitrag individuell zu würdigen, ginge deutlich über meine Möglichkeiten. Das Sonar präsentiert und empfiehlt aktuelle Veröffentlichungen von Indie-Autoren. Es holt die Bücher und Autoren von ihren Inseln, von denen aus sie nach Lesern Ausschau halten. Es ist eine Ergänzung zu den vielen anderen Werbeformen – und will noch ein wenig mehr. Das eBook-Sonar will vernetzen und ein Instrument zur kollegialen Hilfe unter Indie-Autoren sein. Wer den Beitrag für sein eigenes Buch im Sonar aktiv verbreitet, holt die Interessenten auf eine Plattform, auf der sie einem bunten Reigen von Genres und Namen begegnen können. Das ist der angestrebte Effekt, doch er braucht ein aktives Miteinander.

sonar-vsDer Erfolg dieser Idee hat noch viel Potential. Ich will nicht verhehlen, dass ich im Verlauf des letzten Jahres mit dem Gedanken gespielt habe, das Projekt einschlafen zu lassen. Die Meldungen bei Twitter, Facebook und Co. wurden nur noch sporadisch aufgegriffen, die Zugriffszahlen des Blogs gingen zurück. Die Buchvorstellungen wurden zunehmend zu Einzelaktionen von Autoren, die zufällig über das eBook-Sonar gestolpert waren und nach dem Eintrag eines Buches nie wieder von sich hören ließen. Ich dachte ernsthaft darüber nach, ob sich das Projekt nicht mehr als eine persönliche Marotte von mir geworden ist, die ins Leere läuft. Um darauf die Probe zu machen, raffte ich mich im vergangenen Herbst zu einer letzten Attacke auf. Ich schrieb alle im Sonar vertretenen Autoren an und bat sie, ihre Buchpräsentationen im Blog auf Aktualität zu prüfen und ermunterte sie, ihre neuen Publikationen vorzustellen. Die Resonanz war überraschend positiv und so etwas wie Aktivierung spürbar.

Darum gibt es das eBook-Sonar heute noch. Weil sich für die Buchvorstellungen sogar eine Warteschlange gebildet hat, habe ich die Frequenz der Beiträge erhöhen müssen. Gegenwärtig geht jeden Tag ein neuer Titel online. Mir ist klar geworden, dass die Intentionen des Sonars viel deutlicher dargestellt werden müssen. Die Verbundenheit zum Projekt kann sich schließlich nicht von selbst herstellen. Vielleicht ist der Traum von den vernetzten Indie-Kollegen doch noch nicht ausgeträumt.

Ganz ohne Rückblick geht es nicht

Die Anfänge des Projektes liegen gut drei Jahre zurück. Ich gehörte zu einer Gemeinschaft von Autoren, die über eine Mailingliste Kontakt miteinander hielten. Als Neulinge auf dem jungen eBook-Markt tauschten wir uns darüber aus, wie wir vereint das Marketing anschieben und mehr Wahrnehmung für unsere Bücher erreichen konnten. Eine Idee war die Gründung einer offenen Gruppe bei Facebook. Es entstand “Der E-Book Klub”, den es noch heute gibt. Hier wollten wir unsere Erfahrungen austauschen und näher an die potentiellen Leser rücken. Um unser Zwitschern bei Twitter zu bündeln, wurde per paper.li eine tägliche Online-Zeitung eingerichtet. Auch sie gibt es heute noch, eng angebunden an den E-Book Klub bei Facebook und mit dem eigenen Hashtag #debk gefüttert. Der besondere Clou der Klubzeitung ist die Tatsache, dass man als Abonnent nicht einmal bei Twitter registriert sein muss, um zu sehen, was dort in Sachen eBook lost ist. In der Anfangsphase wurden direkte Links auf Shopseiten wie Amazon nicht automatisch in der Online-Zeitung berücksichtigt. Da wir ohnehin darüber nachdachten, auch außerhalb von Facebook sichtbar zu werden, richtete ich den Blog eBook-Sonar ein. Die Blogbeiträge mit Cover, Klappentext und Leseprobe wurden auf Amazon verlinkt und fertig. So konnten nun auch die Autoren, die keine eigene Website hatten oder einen Blog betrieben, ihre Buchlinks twittern. Und natürlich hatten wir den Plan, uns gegenseitig beim Twittern, Teilen und Liken zu unterstützen.
Die Zeit hat viele Gruppen verstreut und neue zusammengeweht. Projekte und Plattformen wurden ins Leben gerufen und vergingen. Manchmal ging es turbulent zu, manchmal fühlte man sich einsam und vergessen. Doch den E-Book Klub, die Klubzeitung und das eBook-Sonar gibt es heute noch. Und immer wieder ergeben sich mobilisierende Beispiele, dass das Netzwerken unter Autoren doch funktioniert.

Was mit den Beiträgen im Sonar passiert

Der kurze Schulterblick in den Zeilen zuvor lässt schon erahnen, was da alles miteinander verquickt ist. Ich vermute, nicht jedem Autor ist klar, wie intensiv sein Buch im Sonar beworben wird. Aber der Reihe nach: Jeder Beitrag besteht aus Cover, Klappentext, Leseprobe und, so der Autor es wünscht, einem Link zum Verfasser. Mehrfach wird für einen bequemen Einkauf auf Amazon verzweigt. Schlagworte für die Genres und eine Autorenliste erleichtern die Navigation innerhalb des Blogs.

Jede Buchvorstellung wird, sobald sie online ist, mehrfach über Twitter verbreitet. Der Account vom eBook-Sonar sendet fünf Tage nach Erscheinen täglich einen Tweet, danach geht die Meldung weiterhin einmal monatlich ins Netz. Begleitend gibt es über den Account des E-Book Klub am Anfang drei Tage lang eine Twitter-Meldung und später immer wieder Retweets. Um den Meldungen den Weg in die Klubzeitung zu bahnen, sind sie immer mit dem Klub-Hashtag versehen. Eine eigens dafür ins Sonar integrierte Seite erlaubt einen schnellen Blick in die Online-Zeitung.

Bei Facebook wird jeder Beitrag in die Gruppe “Der E-Book Klub” und mindestens eine weitere relevante Facebook-Gruppe geteilt. Darüber hinaus gibt es eine Sonar-Seite bei Google+ auf der selbstredend alle Buchvorstellungen erscheinen. Und schließlich nutze ich noch meine persönlichen Profile, um die Cover bei Pinterest abzulegen, auf Facebook zu teilen und zu twittern.

Habt ihr das gewusst? Es passiert wirklich einiges mit den Meldungen, um Publikum zum Blog zu locken. Die Aktivitäten bei Twitter habe ich in den letzten Wochen intensiviert und auch die monatliche Wiederholung der Tweets ist eine noch junge Idee.
Mein Gefühl sagt mir, dass noch nicht jedem klar ist, dass es sich dabei um Zuspiele handelt, die angenommen werden wollen. Der Twitter-Account des eBook-Sonars scheint sehr anonym zu wirken, denn er wird ziemlich spärlich retweetet. Dabei ist das Annehmen und Weiterspielen sein einziger Zweck. Er retweetet keine persönlichen Meldungen, dabei hilft der Klub-Account als Multiplikator. Jetzt sollten die Zusammenhänge klarer sein.

Wer das Sonar für sich nutzen kann

Jeder Indie-Autor darf seine Veröffentlichungen im eBook-Sonar vorstellen. Es gibt keine Qualitätsprüfung, doch ich behalte mir vor, auch einmal eine Bitte abzuweisen. Die Bücher werden in der Reihenfolge präsentiert, wie sie als Anfrage bei mir eintreffen. Bei höchstens einer Buchvorstellung täglich kann etwas Geduld nötig sein, bis das Buch im Blog erscheint. Die Beschränkung auf einen Beitrag täglich verhindert, dass die Sichtbarkeit eines Buches gleich wieder vom nächsten Titel überlagert wird. So erhält jeder die ihm gebührende Aufmerksamkeit.

Auf dem Blog gibt es eine Kurzanleitung, wie die Einreichung von Büchern erfolgen sollte. Um keine Streitpunkte in Sachen Urheberrecht zu riskieren, ist der direkt Kontakt zwischen mir und den Autoren nötig. Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund, warum ich um den persönlichen Draht zum Autor bitte. Der kollegiale Netzwerkgedanke kann nur auf diesem Weg vermittelt werden. Das Projekt kann nur existieren, wenn es viele Akteure gibt, die sich möglichst auch damit identifizieren.

Mich erreichen auch Anfragen über Dritte, die darum bitten, das Buch eines Kollegen vorzustellen. Selbst Verlage wenden sich an mich, senden mir ihre Pressemeldungen und bitten um eine Buchpräsentation. Nach einigem Nachdenken habe ich mich dazu entschieden, diese Wünsche nicht mehr zu berücksichtigen. Ich pflege den Blog in meiner Freizeit und habe, ehrlich gesagt, keine Lust, unentgeltlich eine Dienstleistung für jemanden zu erbringen, der sie sich möglicherweise honorieren lässt. Dafür ist das eBook-Sonar nicht gedacht und das entspricht auch nicht dem Ideal einer kollegialen Gemeinschaft von Indie-Autoren. Das heißt nicht, dass ein Autor sich nicht von einem Verlag unterstützen lassen darf. Nur an der persönlichen Kontaktaufnahme sollte kein Weg vorbei führen.

Was mich zum Weitermachen motiviert

Mit großer Aufmerksamkeit verfolge ich, was mit den Sonar-Beiträgen in den sozialen Netzwerken passiert. Ich freue mich über jedes persönliche Feedback und jeden neu entstandenen Kontakt. Und ich freue mich immer noch über jeden Erfolg eines Autors, zu dem das Sonar und das Networking ein wenig beitragen konnten.

Ich bin sicher, niemand wird mir verübeln, wenn ich immer mal wieder Posts zu meinen eigenen Veröffentlichungen zwischen die Tweets mische. Gleiches gilt für die Werbung auf dem Blog und die Anbindung an das Partnerprogramm bei Amazon. Das eBook-Sonar ist kein Geschäftsmodell und soll es auch nicht werden. Es bietet den Besuchern und Nutzern nur die eine oder andere Möglichkeit, sich für das Projekt zu bedanken.

Die größte Unterstützung für das eBook-Sonar ist es, immer mal wieder aktiv an der Vergrößerung der Reichweite mitzumischen. Das beginnt mit dem verteilen des Links zum eigenen Buch, dem Retweeten neuer Beiträge bis hin zum Klick zwischendurch für den netten Kollegen nebenan. Willkommen sind immer auch Verlinkungen zur eigenen Website und das Teilen der Links in die sozialen Netzwerke eurer Wahl. Natürlich dürft ihr euch aus dem Angebot im Sonar auch einmal Lesestoff für euch selbst auswählen.

Das ist ein ansehnlicher Rundumschlag geworden. Ich hoffe er ist hilfreich, das Projekt und die Zusammenhänge im Hintergrund besser zu verstehen. Und wer zum ersten Mal vom eBook-Sonar und den Verästelungen drum herum gehört hat, fühle sich eingeladen, eifrig mitzumischen. Man muss dafür kein Autor sein, denn das ganze Projekt gibt es nur, weil wir auf der Suche nach Lesern sind.

Hier nun die Links rund um das eBook-Sonar:

→ Blog eBook-Sonar ← Bitte auch die Rubriken “Mitmachen”, “Autoren” und “Zeitung” beachten.
→ Google+ eBook-Sonar | Blognews ← Hier solltet ihr Follower werden.
→ Twitter-Account @eBookSonar ← Die Tweets zum Blog, die in die Welt hinaus wollen.
→ Facebook-Gruppe “Der E-Book Klub” ← Der Treffpunkt für Autoren und Leser.
→ Twitter-Account @Der_eBook_Klub ← Die Tweets zum Klub.
→ Die Online-Zeitung “Der eBook Klub / Lesemagazin” ← Es empfiehlt sich, die tägliche Klubzeitung zu abonnieren.

One comment

  • 9. April 2014 - 19:17 | Permalink

    Lieber Lutz, vielen Dank für deinen Artikel! Er hat mich noch einmal daran erinnert, gemeinsam mit dem Projekt Buch unterwegs zu sein. Manchmal ist man halt zu sehr mit sich und seinen Projekten beschäftigt und verliert den Blick für das gemeinsame Unterwegssein. Schön, dass du uns einen Einblick gibst und zeigst, wie blöd das ist, wenn man kein Feedback erhält (dabei weiß das jawohl jeder von uns). Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit dem eBook-Sonar und dem Club und werde mich bemühen, wieder etwas aktiver in Erscheinung zu treten. Liebe Grüße, Petra

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